Wortreich in Kärnten

Nachdem ich erst im Sommer die freudige Nachricht von der Jury eines Literaturwettbewerbs erhalten habe und auf der Shortlist des Donna-Magazins gelandet bin, bekam ich diese Woche eine E-Mail aus Österreich: Das Kärntner Bildungswerk schrieb in Kooperation mit der Marktgemeinde Finkenstein am Faaker See in diesem Jahr zum 10. Mal den Kurzgeschichtenwettbewerb „WortReich“ aus, an

Heimkehr und Aufbruch

Wie kündigt man etwas an, auf das man sich ganz besonders freut, und erstickt dabei nicht gleich in Floskeln und Superlativen? Ich versuche mich zu zügeln. Die nächste Ausgabe von „Literatur im Studio“ steht vor der Tür und jedes Mal brenne ich darauf, meinen Gast anzukündigen. Immer versuche ich Autoren einzuladen, die ich gerne höre,

Ein Faible für Buchhandlungen

Buchhandlungen sind für mich verführerische Orte. Kein Wunder, bei der Ansammlung geliebten Lesestoffs. Daher: Wartezeit auf dem Bahnhof. Buchhandlung. Irgendwelche Städte, egal, ob ich einen Schimmer von der Sprache habe. Buchhandlung. Und zu Hause ohnehin. Wenn ich mich etwas zügle, dann nur aus Vernunftsgründen, weil die Bücherstapel auf meinem Nachtkästchen ohnehin besorgniserregende Ausmaße angenommen haben

Vielsagende Stille

Neben vielen schönen Eindrücken und Erlebnissen, Ausgelassenheit und Freude, nehme ich immer auch ein Stück Inspiration aus dem Urlaub mit. Man stolpert über Dinge, die einen spontan beschäftigen, über die Tage des Urlaubs hinaus oder vielleicht sogar für lange Zeit. Seien es Jachten und Dinos, Straßenkünstler oder Graffitis, die die Seele einer Stadt verändern und

Shortlist

Wettbewerbe. Warum macht man bei so etwas mit? Mangel an Enttäuschungen? Hoffnung auf das schnelle Geld? Zu viel Zeit? Alles falsch! An Enttäuschungen mangelt es dem gemeinen Autor nicht, der versucht, sich einen Namen auf dem überschwemmten Buchmarkt zu machen. Das schnelle Geld? Nun, meist ist die Dotierung der Wettbewerbe umgerechnet in Stundenlohn … ach,

Keine Spur von Niedlichkeit

Eines vorne weg: Ich bin und werde kein Buchblogger, denn dafür lese ich eindeutig zu wenig (vor allem weil die Zeit für’s Schreiben draufgeht). Aber da ich unlängst über meine Erfahrungen mit „Berlin Alexanderplatz“ berichtet habe und diese nicht besonders positiv waren, will ich nicht den Eindruck entstehen lassen, ich würde nur über anerkannte Meisterwerke

Literatur im Studio #5

Wieder freue ich mich auf den literarischen Austausch im Rahmen der Reihe „Literatur im Studio“. In der neuesten Ausgabe sogar mit zwei Gästen, die an diesem Abend neben mir Platz nehmen und ihre Texte lesen werden. Bettina von Minnigerode lebt und arbeitet als freie Autorin in der Metropolregion Nürnberg und wirkt bei zahlreichen Gelegenheiten als

A sort of homecoming

Halbzeit. Vor sechs Tagen sind wir in Seattle angekommen und haben uns auf unsere eigene Spurensuche gemacht. Mit Listen ausgestattet, Listen im Kopf und auf Papier. Listen, wie Wegweiser in unsere, in meine Vergangenheit. Von 2003 bis 2005 haben wir in Washington State gelebt. Dreimal umgezogen, immer in Trabantenstädten rund um Seattle. Es war eine

Second Hand

Es gibt so einen Laden in meiner Stadt, den ich immer gerne besuche, in dem ich stöbere und der mich bereits zu einer Erzählung inspiriert hat („The Joshua Tree“ hatte Elemente, die an diesen Laden erinnern, und auch das gleichnamige Album findet man in dessen Boxen). Dort suche ich dann nach Schallplatten (ja, ich liebe

Hinterhöfe und Paris

Den Platz neben mir? Den gilt es bei „Literatur im Studio“ jedes Mal neu zu besetzen. Aber ich fühle mich in einer komfortablen Situation: es gibt Anfragen von Autoren (die zu vertrösten mir dennoch schwer fällt), meist habe ich schon lange im voraus jemanden im Kopf – und manchmal ergibt es sich auch etwas anderes.