Shortlist

Wettbewerbe. Warum macht man bei so etwas mit? Mangel an Enttäuschungen? Hoffnung auf das schnelle Geld? Zu viel Zeit?

Alles falsch! An Enttäuschungen mangelt es dem gemeinen Autor nicht, der versucht, sich einen Namen auf dem überschwemmten Buchmarkt zu machen. Das schnelle Geld? Nun, meist ist die Dotierung der Wettbewerbe umgerechnet in Stundenlohn … ach, vergesst es. Und Zeit ist ohnehin ein kostbares Gut, das es nicht zu verplempern gilt.

Also warum dann?

Es ist der Ansporn, Ideen zu entwickeln und Geschichten zu schreiben, sie in einen vorgegeben Rahmen bezüglich Inhalt und Umfang zu bringen, sich an Erwartungen vielleicht anzupassen, aber sich niemals zu verbiegen. Weder literarisch noch thematisch. Gelingt das immer? Sicherlich nicht und dann ziehen Einsendetermine einfach vorbei – und der Text bleibt Idee oder Speicherplatzfüller auf dem Laptop.

Dennoch, wenn man eine Erzählung zurechtgeschneidert hat, sich weitgehend zufrieden zurücklehnt (ganz zufrieden ist man wohl nie) und dann auf den Senden-Knopf für die Teilnahme drückt, dann befriedigt es, die Herausforderung gemeistert und seine Idee umgesetzt zu haben.

Und manchmal passiert es: Die Geschichte findet Anklang bei der Jury, wird nominiert und findet sich auf einer Shortlist wieder. So ist es mir beim Wettbewerb, den das Magazin DONNA ausgeschrieben hatte, ergangen.

Dann erhält man eine freundliche Mail, sucht seinen Namen auf der Webseite, findet ihn und freut sich wie der viel zitierte Schneekönig über die Bestätigung. Denn auch wenn man aus Leidenschaft schreibt, Anerkennung tut einfach gut. Und kein Gedanke an investierte Zeit oder Preisgelder.

Als Autor hat man vermutlich meistens das Ziel, dass seine Geschichten gelesen werden, dass sie unterhalten, berühren und zum Denken anregen. Das gelingt aber nicht in der Schublade, das gelingt nur durch Verbreitung der Texte. Und dazu ist ein Wettbewerb ein Weg. Deshalb war und ist die Freude über die Nominierung in jedem Fall groß.

Meine Geschichte mit dem Titel „Umwege“, die ich für diesen Wettbewerb verfasst habe, beschreibt eine Kaffeehausszene und dabei auch das Leben zweier Menschen. Es geht um Liebe, es geht um Toleranz, es geht darum, welche Umwege manche gehen und ihr innerstes verraten, weil die Zwänge von außen zu stark sind, weil sie sich ergeben. Und es geht um eine (hoffentlich) überraschende Wendung, denn das war die Aufforderung des Wettbewerbs: Leben sollten in den Texten auf den Kopf gestellt werden.

Jetzt aber genug herumgeredet, hier ist die Webseite mit den fünf Titeln der Shortlist: DONNA Schreibwettbewerb,*

Viel Vergnügen beim Lesen und vielleicht habt ihr ja Lust, mir eure Gedanken zu dem Text zu schreiben!

* … mittlerweile ist die Geschichte nicht mehr online verfügbar, deshalb wurde der Link nachträglich entfernt. Alle Geschichten der Shortlist werden in einem E-Book zusammengefasst und kostenlos vertrieben. Irgendwann im Oktober soll es soweit sein.

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