Abnabelung

Jeder hat es mitbekommen: Die neue Datenschutz-Grundverordnung ist in Kraft getreten.

Man mag unter der neuen, bindenden Verordnung stöhnen, die Stirn runzeln über die Flut an Mails deshalb oder seine Witze darüber machen – alles habe ich getan. Aber nach einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema ist mir klar geworden, dass auch ich (als Betreiber dieser Webseite) betroffen bin. Und die Erkenntnisse, die ich in dem Zusammenhang gesammelt habe, waren für mich teilweise erstaunlich.

Dass Google-Analytics eine Datenkrake ist, war klar, wie auch das Facebook-Plugin, das schon Mark Zuckerberg Bescheid sagt, wenn jemand nur an eine Webseite denkt. Aber selbst harmlose ‚Angebote‘ (wie die Erkennung und Umsetzung von Emojis in Kommentaren) sind mit einem Serverzugriff inklusive Übertragung der IP-Adresse verbunden. Oder auch der häufig installierte Spam-Schutz bei Kommentaren Akismet, von WordPress als Standard verwendet, sendet Namen, E-Mail Adresse und Inhalt der Kommentare an einen Server in den USA.

Einen Moment habe ich mich über die Verschärfung der Datenschutzvorgaben geärgert, bedeutet es für meine Webseite eine signifikante Umstellung und versprach dementsprechenden Aufwand bzw. auch eine Reduzierung des Angebots.

Aber, und das ist ein fettes Aber, ich kann nicht gegen die Datensammelleidenschaft der großen Konzerne anschreiben, kann mir nicht über Manipulationen von Wahlen und Volksabstimmungen durch Organisationen wie Cambridge Analytica u.ä. ernste Sorgen machen und dazu aber noch meinen Beitrag leisten! Mir gruselt bei der Vorstellung, dass all unsere Spuren im Netz gesammelt und gespeichert werden, und damit natürlich missbräuchlicher Verwendung ausgesetzt sind. Dazu habe ich zu oft Matrix gesehen, dazu finde ich die Idee der Social Credits und vergleichbare Entwicklungen viel zu beängstigend.

Natürlich kratzt das kaum jemanden, welches Plugin auf meiner Webseite läuft, aber es geht ums Prinzip. Deshalb habe ich meine Webseite abgenabelt und sämtliche Schnittstellen in die sozialen Medien gekappt (mit Ausnahme von sog. Like-Links, die erst aktiv werden wenn sie aufgerufen werden, nicht aber bereits vorher zu Facebook & Co funken). Es gibt auch keine Möglichkeit mehr einen Newsletter zu abonnieren und einiges mehr.

Mir ist klar, dies ist eine Einschränkung des Angebots, nimmt den Überblick über meine (wenn auch bescheidene) Aktivität in sozialen Netzwerken, aber ich hoffe, dass dies nicht zu weniger Besuchern meiner Seite führt.

In diesem Sinne, bleibt mir gewogen und schaut doch auch manchmal auf meiner abgenabelten Insel vorbei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.