
Er drückte die Zigarette in die Erde des Blumentopfs, sodass der Stummel nur noch wie ein Wurm hervorlugte, und blickte in den Abendhimmel, in dem sich Fetzen orange gefärbter Wolken zeigten. Sich beliebig kreuzende Kondensstreifen durchschnitten das Blau. Einen Augenblick grübelte er über die Bahnen der Flugzeuge nach, versuchte aus den Himmelsrichtungen und den sich verlaufenden Konturen auf deren Strecken zu schließen, aber er fand keine Ablenkung in dem Gedankenspiel.
Kann man seiner Vergangenheit entkommen und sich selbst vergeben? Und was haben Ratten damit zu tun? Aber Hauptsache ist, die Blumen sind gegossen und der Kuchen kommt rechtzeitig aus dem Ofen.
Die fünfzehnte Episode des Podcasts aus dem Erzählband „Das Leben als Konjunktiv“. Es handelt sich dabei um die letzte der Zusatzaufnahmen aus dem Jahr 2016, die nicht mehr auf CD gepresst wurden.
„Das Leben als Konjunktiv“ enthält eine Sammlung von Erzählungen mit einem gnadenlosen Blick auf die Abgründe, Tiefgründe und Höhenflüge des Lebens. Emotionsgeladene Geschichten voll morbider Charaktere und tragischer Schicksale, die sich hinter den Banalitäten des Alltags verbergen.
Oliver Graf liest ausgewählte Texte aus dem gleichnamigen Buch.