
Seit Stunden saß er im Gras und starrte vor sich hin. Er ignorierte die Ameisen, in deren Straßen er sich gesetzt hatte und die längst über seine nackten Füße krabbelten und sich in seine Hosenbeine verirrten. Er spürte nicht die Unebenheiten des Bodens, harte Klumpen ausgetrockneter Erde und kleine Steine, die sich in seinen Hintern drückten. Beinahe regungslos saß er da. Regungslos bis auf das langsame Wippen des Oberkörpers, das er nicht abstellen konnte.
Was bedeutet, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt? Und wie weit ist das? Also, genau! Sebastian hat darauf die Antwort, versteht die Welt aber trotzdem nicht.
Die vierzehnte Episode des Podcasts aus dem Erzählband „Das Leben als Konjunktiv“. Es handelt sich dabei um eine weitere Zusatzaufnahme aus dem Jahr 2016, die nicht mehr auf CD gepresst wurden.
„Das Leben als Konjunktiv“ enthält eine Sammlung von Erzählungen mit einem gnadenlosen Blick auf die Abgründe, Tiefgründe und Höhenflüge des Lebens. Emotionsgeladene Geschichten voll morbider Charaktere und tragischer Schicksale, die sich hinter den Banalitäten des Alltags verbergen.
Oliver Graf liest ausgewählte Texte aus dem gleichnamigen Buch.