
Jan Beilinger hatte den weißen Overall übergestreift, war in die Gummistiefel geschlüpft und kramte nun nach der Staubmaske, die er doch hoffentlich nicht vergessen hatte. Die ganze Geschichte war ohnehin schon widerlich genug, da brauchte er nicht auch noch einen Anpfiff vom Chef. Außerdem konnte die Maske in diesem Fall tatsächlich äußerst nützlich sein. Der Gestank war selbst hier beim Wagen, der in der Hofeinfahrt parkte, noch streng genug. Jan würgte es schon bei dem Gedanken an das, was kommen würde. Er war einfach ein Stadtmensch und das würde sich nach seiner Versetzung und dieser Radikalkur auch nicht ändern.
Polizeiarbeit am Land ist auch kein Zuckerschlecken. Und der Satz in der Erzählung „Dann ist ja alles noch einmal gut gegangen“ verspricht doch mal ein gutes Ende. Oder?
Die dreizehnte Episode des Podcasts aus dem Erzählband „Das Leben als Konjunktiv“. Es handelt sich dabei um eine weitere Zusatzaufnahme aus dem Jahr 2016, die nicht mehr auf CD gepresst wurden.
„Das Leben als Konjunktiv“ enthält eine Sammlung von Erzählungen mit einem gnadenlosen Blick auf die Abgründe, Tiefgründe und Höhenflüge des Lebens. Emotionsgeladene Geschichten voll morbider Charaktere und tragischer Schicksale, die sich hinter den Banalitäten des Alltags verbergen.
Oliver Graf liest ausgewählte Texte aus dem gleichnamigen Buch.