Erzählung des Monats – 04/17

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„Freut mich sehr Herr …. Nehmen Sie Platz! Danke Frau Stecher.“

Ich hoffe, die Irmi hat gesehen, dass ich ihr zwei Finger gedeutet habe. Zwei! Das sollte reichen. Bei dem Gast. Nichts geht über einen geübten Blick.

„Wobei kann ich Ihnen denn helfen? Ich bin ganz Ohr.“

Mitte 40. Kaum noch Haare. Eigentlich: Glatze. Wie ich mich immer freue, wenn ich einen sehe, der jünger ist als ich und nur noch ein paar Haare hat. Da stört mich mein Grau gleich viel weniger. –

— Im April war es also eine Satire über einen bayrischen Beamten und – mich :). Mir hat der Text unheimlich viel Spaß gemacht, ich hoffe euch ebenso. Danke wieder einmal fürs Lesen, Kommentieren und Teilen. Im Mai geht es deutlich grimmiger weiter, und zwar mit der Erzählung „Der Codex“.

© Text: Oliver Graf, Foto: Fotografschaft Erlangen

2 thoughts on “Erzählung des Monats – 04/17

  1. Lustig und zugleich bitter böse. Aber Gott sei Dank ja nur rein fiktiv, oder doch nicht. Wie bei jedem guten Buch wird der Leser mit einbezogen, muss sich selbst die eine oder andere Frage stellen und auch selbst noch beantworten. So wie die Wirklichkeit viele Facetten hat, zeigt die Geschichte viele Aspekte ganz normalen Alltagsverhaltens. Ich glaube „man“ nennt es „menschliches“ Verhalten wenn üblicherweise Situationen immer nur aus der eigenen Perspektive betrachtet werden. So kann auch eine kleine Story auf feine Art und Weise wachrütteln. Doch verlangt die Geschichte etwas, was im Alltag scheinbar nicht so selbstverständlich scheint, zuzuhören. Dazu dann auch noch, die eigenen Gehirnwindungen nicht nur nach dem üblichen und gewohnten Schema sich selbst bewegen zu lassen. Achtsamkeit wird so zur Voraussetzung um den anderen Menschen überhaupt sehen zu können.
    Gelungene Story, gerne mehr davon.

    • Oliver

      Die Macht und die Kraft der Satire! — Mal mehr, mal weniger auf die „feine Art und Weise“, aber wenn sie mir gelungen ist, dann freut mich das sehr! Werner, Danke für deine Rückmeldung!

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