Nichts gelernt

Lieber Anton, das Schreiben fällt mir schwer. Kein Wunder bei den steifen Fingern. Vermutlich wird das mein letzter Brief an dich. Jetzt schreibe ich dir schon so lange. So viele Briefe in meinem Karton. Anfangs schrieb ich dir aus Verzweiflung, weil wir nicht wussten. Dann kamen die Briefe ungeöffnet zurück, und ich habe sie aufbewahrt. […]

Ein Faible für Buchhandlungen

Buchhandlungen sind für mich verführerische Orte. Kein Wunder, bei der Ansammlung geliebten Lesestoffs. Daher: Wartezeit auf dem Bahnhof. Buchhandlung. Irgendwelche Städte, egal, ob ich einen Schimmer von der Sprache habe. Buchhandlung. Und zu Hause ohnehin. Wenn ich mich etwas zügle, dann nur aus Vernunftsgründen, weil die Bücherstapel auf meinem Nachtkästchen ohnehin besorgniserregende Ausmaße angenommen haben […]

Vielsagende Stille

Neben vielen schönen Eindrücken und Erlebnissen, Ausgelassenheit und Freude, nehme ich immer auch ein Stück Inspiration aus dem Urlaub mit. Man stolpert über Dinge, die einen spontan beschäftigen, über die Tage des Urlaubs hinaus oder vielleicht sogar für lange Zeit. Seien es Jachten und Dinos, Straßenkünstler oder Graffitis, die die Seele einer Stadt verändern und […]

Keine Spur von Niedlichkeit

Eines vorne weg: Ich bin und werde kein Buchblogger, denn dafür lese ich eindeutig zu wenig (vor allem weil die Zeit für’s Schreiben draufgeht). Aber da ich unlängst über meine Erfahrungen mit „Berlin Alexanderplatz“ berichtet habe und diese nicht besonders positiv waren, will ich nicht den Eindruck entstehen lassen, ich würde nur über anerkannte Meisterwerke […]

A sort of homecoming

Halbzeit. Vor sechs Tagen sind wir in Seattle angekommen und haben uns auf unsere eigene Spurensuche gemacht. Mit Listen ausgestattet, Listen im Kopf und auf Papier. Listen, wie Wegweiser in unsere, in meine Vergangenheit. Von 2003 bis 2005 haben wir in Washington State gelebt. Dreimal umgezogen, immer in Trabantenstädten rund um Seattle. Es war eine […]

Second Hand

Es gibt so einen Laden in meiner Stadt, den ich immer gerne besuche, in dem ich stöbere und der mich bereits zu einer Erzählung inspiriert hat („The Joshua Tree“ hatte Elemente, die an diesen Laden erinnern, und auch das gleichnamige Album findet man in dessen Boxen). Dort suche ich dann nach Schallplatten (ja, ich liebe […]

Hinterhöfe und Paris

Den Platz neben mir? Den gilt es bei „Literatur im Studio“ jedes Mal neu zu besetzen. Aber ich fühle mich in einer komfortablen Situation: es gibt Anfragen von Autoren (die zu vertrösten mir dennoch schwer fällt), meist habe ich schon lange im voraus jemanden im Kopf – und manchmal ergibt es sich auch etwas anderes. […]

Die sozialen Medien und ich

Seit geraumer Zeit beschäftigt mich die Frage, wie ich meinen Umgang mit sozialen Medien soll. Tatsächlich ist die Frage für mich älter, als das Erstellen meines ersten Social Media Accounts. Zwar hat sich meine Perspektive auf Facebook & Co mit den Jahren etwas verschoben, einerseits durch persönliche Erfahrungen, andererseits durch die breite Aufarbeitung der Einflüsse auf […]

Nur ein Gedanke

Es war nur ein Gedanke, den ich dem Protagonisten in einer meiner neuen Erzählungen in den Mund gelegt habe. Der Mann, ein alternder Philosoph oder doch nur ein philosophierender Kauz, sammelt Ideen, sammelt Sätze, die ihm in den Sinn kommen und die es ihm wert sind aufgehoben zu werden. So wie diesen hier: An jenem […]

Menschen

Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen, Situationen und Stimmungen sind unsere gemeinsamen Lieblingsmotive. Nur, während ich über sie schreibe, malt meine Mutter sie. Ideen für Bilder sammelt sie zu Hause und auf Reisen, ihre Motive findet sie in unterschiedlichen Ländern und Kulturen. Sie porträtiert gerne, hält aber Menschen bei ihren Tätigkeiten fest, sei es beim Tanz, beim […]