A sort of homecoming

Halbzeit.

Vor sechs Tagen sind wir in Seattle angekommen und haben uns auf unsere eigene Spurensuche gemacht. Mit Listen ausgestattet, Listen im Kopf und auf Papier. Listen, wie Wegweiser in unsere, in meine Vergangenheit.

Von 2003 bis 2005 haben wir in Washington State gelebt. Dreimal umgezogen, immer in Trabantenstädten rund um Seattle. Es war eine bewegende, eine prägende Zeit, die im Rückblick viel länger erscheint. Vieles gibt es hier, das Erinnerungen weckt, vieles, mit Bezug auf meine Familie, auf Freunde und auf mich persönlich. Und wenn ich an die Zeit zurückdenke, und das passiert hier unweigerlich, dann wird es ambivalent.

Einerseits macht es mir die Veränderungen in unseren Leben bewusst. Meine Kinder sind nun erwachsen oder auf dem besten Weg dorthin, obwohl wir damals noch nicht einmal komplett waren. Dann stehe ich heute vor dem Gartenzaun unseres damaligen Hauses und sehe die Kids wieder auf Schaukeln oder der Picknickdecke in Disneykostümen und bin glücklich und dankbar für die Erinnerung und wie alles gekommen ist.

Aber neben den Veränderungen, die so augenfällig werden, gibt es  anderseits eine Beständigkeit, die mich ebenfalls bewegt. Wir treffen Freunde von damals, die wir seit Jahren nicht mehr gesehen haben, und es ist wie früher. Als wäre kein Tag vergangen, und obwohl sich auch die Leben der Freunde weiter gedreht haben, so ist doch die Verbindung die gleiche geblieben. Und man besucht Orte, in die man sich damals verliebt hat, und die alten Gefühle kommen tatsächlich wieder. Oder Orte, die Erinnerungen wie von selbst herantragen, wie zum Beispiel die Stelle, an der mir das Ende von „Fast eine Jugend“ eingefallen ist und ich wusste, die Geschichte kann kein anderes nehmen.

Natürlich wird man – wenn man auch nur ansatzweise dazu veranlagt ist – auch schwermütig, aber definitiv überwiegen Dankbarkeit und Freude. Ich muss zugeben, eigentlich wollte ich nicht notwendigerweise zurückkehren (was aber nicht mit Sentimentalitäten oder der Gegend zu tun hat, sondern andere Gründe hat), aber nun, da es so gekommen ist, genieße ich die Zeit in vollen Zügen.

Deshalb freue ich mich auch, dass wir erst Halbzeit haben und bin gespannt auf das, was noch kommt.

Liebe Grüße aus Seattle

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