Das Hörbuch. The story behind …

Auf den Tag heute vor einem Jahr hatte es seit langem wieder einmal geregnet. Also nicht nur so ein bisschen tröpfeln, sondern geschüttet hat es wie aus Fässern. Zumindest am Vormittag, also zu der Zeit, zu der ich unterwegs war. An diesem besonderen Tag.

Normalerweise habe ich ein furchtbar schlechtes Gedächtnis, was das Wetter betrifft, was ich durch Irrelevanz rechtfertige. Aber die Bedingungen an diesem Tag habe ich nicht vergessen, vor allem aber nicht deren Konsequenzen.

Urlaub hatte ich wegen eines lange erwarteten Termins. Nun hat man ja mal solche Termine – etwa jene der Kategorie Zahnarzt oder Thaimassage – und eben andere. In dem Fall war es einer der anderen, nämlich jener im Tonstudio zur Aufnahme meines Hörbuchs. Und die Vorfreude darauf – naja – sagen wir: ganz anders als vor dem Zahnarzt.

Also morgens rauf auf die Vespa mit dem „Leben als Konjunktiv“ im Gepäck und viel Euphorie, gegen die auch der Regen nicht ankam. Auch wenn es echt verdammt nass war. So in der Luft und auch auf der Straße. Und weil es schon lange nicht mehr geregnet hatte, war es auch verdammt rutschig.

In der Innenstadt ist es dann passiert. Fahrfehler? Niemals!

Zumindest konnte ich neben der Vespa liegend noch einem anderen Verkehrsteilnehmer glaubhaft versichern, keine Hilfe zu benötigen. Also: Vespa aufgestellt, deren Funktionstüchtigkeit festgestellt und über die Schrammen geärgert. Dann Körperteile kontrolliert. Ja, es war noch alles dran, aber ansonsten … egal, so alt bin ich noch nicht, um über meine Gebrechen zu schwadronieren.

Zwei Möglichkeiten standen danach im Freien: Entweder ich fahr nach Hause, verarzte mich und zieh mir unzerfetzte Kleidung an oder weiter zu meinem Termin. Die erste Option war leider unmöglich: Meine Frau hätte mich sofort ins Krankenhaus verfrachtet und ich hätte mir mein Tonstudio aufzeichnen können. Also, wieder rauf auf den Hobel und durch strömenden Regen ab nach Herzo, zum Studio.

Was soll ich sagen: Ein zufällig anwesender Altenpfleger hat mich vor dem Gang zum Mikro zusammengeflickt und ich habe mein Hörbuch eingelesen. Spaß hat es gemacht und man hört – finde ich – kaum, wie sehr ich die Zähne zusammenbeißen musste. Wer es nicht glaubt, kann sich gerne überzeugen!

„Das Leben als Konjunktiv – Eine Auswahl“

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